„Die Verstrickungen meiner Familie in die Schuld des Nationalsozialismus waren wie eine unsichtbare Mauer, die meine Beziehung zu Gott und meine innere Freiheit blockierte.“
Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen, in der die NS-Zeit zwar als schrecklich galt, aber nie kritisch hinterfragt wurde. Mein Urgroßvater, ein angesehener Pastor, schrieb bis 1940 Lobeshymnen auf Hitler, und mein Großvater war während der antijüdischen Verordnungen und Deportationsvorbereitungen in Antwerpen bei der Wehrmacht stationiert. Trotz meiner tiefen Beziehung zu Gott, die ich nach einer lebensverändernden Heilung von Epilepsie in jungen Jahren aufgebaut hatte, spürte ich oft eine innere Blockade. Stolz, Abwehr und ein verzerrtes Bild von Schuld hinderten mich daran, Gottes Stimme klar zu hören.
2014 begann ich, mich intensiver mit der Geschichte meiner Familie zu beschäftigen. Ich recherchierte, besuchte Orte, an denen meine Vorfahren schuldig geworden waren, und konfrontierte mich mit der Wahrheit. Eine Predigt über das „harte Herz“ war schließlich der Wendepunkt. In einer Zeit des Gebets demütigte ich mich vor Gott und tat von Herzen Buße für die Verharmlosung und Gleichgültigkeit, mit der ich die Schuld meiner Familie betrachtet hatte. In diesen Stunden brach die Mauer der Rechtfertigung und Überheblichkeit, die sich über Jahre aufgebaut hatte, in mir zusammen.
Seitdem hat sich mein Leben grundlegend verändert. Ich lebe aus der Gnade Gottes, höre seine Stimme klarer und habe Frieden gefunden. Mein Herz schlägt für das Volk Israel, und ich sehe es als meine Verantwortung, mich für die Wahrheit einzusetzen. Heute ermutige ich andere, ihre Familiengeschichte zu hinterfragen, denn erst die Konfrontation mit der Wahrheit bringt Freiheit und Heilung.
– Friedhelm Chmell, Parkinson-Experte




